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Konzertlesung Da Kulm

29. Mai 2024 20:00 22:00

Elisabeth Semrad: Lesung
Roland Gratzer: Text, Lesung
Helmut Wiener: Altsaxophon, Bb-Klarinette
Georg Gratzer: Sopransaxophon, Bassklarinette, Flöte
Willibald Kulmer: Tenorsaxophon, Bb-Klarinette
Werner Reiter: Tenorsaxophon, Baritonsaxophon
Bernhard Schimpelsberger: Perkussion

Der Kulm ist mehr als ein Berg oder ein Hügel. Der Kulm ist die letzte Erhebung vor der eurasischen Steppe. Seit tausenden von Jahren leben Menschen auf dem einsamen Monolithen aus Wald, Wiese und Spiritualität. In einer einzigartigen Konzertlesung widmet sich das KOMM.ST Festival dem ersten Vorposten der europäischen Alpen im Osten. Ein eigens für diesen Abend zusammengestelltes Saxophon-Quartett mit Perkussion führt durch das Konzerterlebnis, in dem auch Klarinetten ihren würdigen Platz haben. Dazwischen gibt es szenische Lesungen, die durch die mystische und zugleich gewalttätige, besondere Geschichte des Kulms führen.

Die Geschichte des Kulms
Da es in Österreich keine genaue Definition dafür gibt, darf der Kulm trotz seiner im Vergleich wenig imposanten 975 Meter Seehöhe als Berg bezeichnet werden. Erste Siedlungen sind laut aktueller Forschung bereits in der Stein – Kupferzeit entstanden, einer Periode zwischen 5500 und 2200 vor Christus. Das war eine Zeit, in der die Menschen damit begannen, Metalle zu bearbeiten, und damit begann die erste industrielle Revolution der Menschheitsgeschichte. In der späten Bronzezeit befestigten die Menschen auf dem Kulm den Gipfel und schufen so einen Lebensraum für hunderte Personen. Seine größte Blüte erlebte der Kulm schließlich in der späteren Eisenzeit, als die Kelten eine regelrechte Stadt errichteten. Eine auf dem Kulm entdeckte Fibel (frühzeitliche Sicherheitsnadel) aus dem Jahr 400 vor Christus ist eine der ältesten Belege für die Existenz von Kelten in der Steiermark. In der Römerzeit wurde der Kulm schließlich zu einem vor allem kultisch und militärisch genutzten Ort. Beides ist er bis in die jüngste Vergangenheit.

Jakob Lorber
Ein Name ist vor allem mit dem Kulm verbunden: Jakob Lorber (1800 – 1864). In jungen Jahren ein erfolgreicher Komponist, der bei Niccolò Paganini studierte und mit Franz Schubert Konzerte spielte, änderte sich sein Leben am 15. März 1840 schlagartig. Um sechs Uhr früh erklärte ihm eine innere Stimme, dass er von nun an „die Gnadenstimme des Herrn Jesus Christus“ sein sollte. Lorber warf sein bisheriges Leben weg, lebte von nun an ausschließlich dank Spenden seiner Freunde und schrieb 20.000 Seiten nieder, die ihm von der Stimme diktiert wurden. Wo konnte er diese Stimme am besten hören? Natürlich auf dem Kulm. Und diese Stimme diktierte ihm teils sehr fragwürdige Eingebungen. So erklärte er, dass alle Himmelskörper organisch seien, am Nordpol gäbe es einen trichterförmigen Mund, der durch einen Magen-Darm-Trakt mit einem Ausscheidungsorgan am Südpol verbunden sei. Doch in erster Linie schrieb er über Gott und Jesus, der laut Lorber im Jahr 2030 wieder auf der Erde erscheinen soll. Er prognostizierte die Rückkehr auch für das Jahr 1920, aber das stellte sich bislang als Irrtum heraus. Lorber war ein charismatischer Mensch, Prediger und Prophet für die einen, ein an paranoider Schizophrenie leidender Sektenführer für die anderen.

Die Konzertlesung
So vielschichtig, wie sich Lorber darstellt, sind auch der Kulm und die Konzertlesung „Da Kulm“. Geschichten aus tausenden von Jahren begleiten eine musikalische Reise in einen Kosmos nach dem anderen.  Moderne Eigenkompositionen, arrangiert von Reinhard Summerer, treffen auf gregorianische Choräle und keltisch-steirische Gassenhauer. So wie der Kulm selbst sitzt das Publikum im Epizentrum eines musikalischen und erzählerischen Sturms, der dem wichtigsten Berg der Oststeiermark einen Abend lang ein Denkmal setzen wird.

AK: 20€ (ermäßigt 16€) VVK: 17€ (ermäßigt 13€)

Vorverkaufskarten in allen oeticket-Filialen oder unter www.oeticket.com
Ermäßigung für Schüler, Studenten, Lehrlinge, Präsenz- und Zivildiener

+436502049451

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