„Systemferne Jugend? – Lebenswelten und Möglichkeiten in der Oststeiermark“

Unter diesem Titel stand die diesjährige Herbstveranstaltung der Regionalentwicklung Oststeiermark. Diese wird schon aus guter Tradition von der Regionalen Jugendmanagerin Julia Muhr und der Regionalen Koordinatorin für Bildungs- und Berufsorientierung Bettina Mandl organisiert. Zu diesem spannenden und zugleich wichtigen Thema fanden sich rund 30 Personen aus der gesamten Oststeiermark in Weiz ein.

Für eine positive Entwicklung der Region Oststeiermark, sind gut ausgebildete junge Menschen von größter Bedeutung. Neben der Vision allen (jungen) Menschen, eine ihren Potentialen und Fähigkeiten entsprechende Ausbildung ermöglichen zu können, sind der demografische Wandel inkl. (Jugend)-Abwanderung aus Teilen der Region zentrale Themen. Während viele Programme und Unterstützungssysteme für Jugendliche im Bereich der Bildungs- und Berufsorientierung bzw. Ausbildung vorhanden sind, gibt es dennoch Jugendliche, die sich im System nicht zu Recht finden und ihre Ausbildung abbrechen bzw. keine passende Ausbildungsmöglichkeit finden können (Stichworte: FABA, NEETs*).

„Jeder kann irgendwas besser als alle anderen“
Und genau deswegen ist jede/r einzelne wichtig und von größter Bedeutung. Diese Tatsache wurde einleitend von den Organisatorinnen anhand von Grafiken zum demografischen Wandel und den damit einhergehenden schrumpfenden Jugendzahlen erläutert.
Erste Erfahrungen, Daten und Fakten zur Ausbildungspflicht bis 18 präsentierten uns DSAin Elke Lambauer, MA und ihre Kollegin Stefanie Gerstmann, MA. Mit Herbst 2019 sind alle 15 bis – 18-jährigen in Österreich ausbildungsverpflichtet. Das Gesetz, welches auf Unterstützung und Hilfe abzielt, gibt einen genauen Ablauf der Schritte vor, jedoch wird individuell noch verstärkter auf die betroffenen Personen zugegangen. Erste schöne Erfolgsbeispiele sind bereits eingetreten und Sanktionierungen waren noch nicht notwendig. Aktuell werden auch neue Maßnahmen zu Unterstützung der Jugend in einigen Regionen als Pilot getestet.

Die Masterarbeit „Lebenswelten und Möglichkeiten von Jugendlichen dien den FABA* und NEETs* zugeordnet werden. Eine qualitative Analyse am Beispiel der Region Oststeiermark“ wurde von Andrea Rauter und Martina Santner präsentiert. Die Ergebnisse aus Interviews von betroffenen Jugendlichen und Expert*innen wurden präsentiert. Dabei viel auf, dass sich die Jugendlichen oft in Multiproblemlagen befanden und kaum Wissen über die Möglichkeiten und Unterstützungsangebote vorhanden ist. Expert*innen sahen viele Probleme auch im Zusammenhang mit dem mangelnden öffentlichen Verkehr, begrenzten Berufsmöglichkeiten und im Zugang zur Familie und dem Jugendlichen selbst.

Gestärkt nach einer Pause starteten wir in eine spannende Vernetzungsphase. Das System des Speed-Datings wurde sich zu Nütze gemacht und in vier Runden wurde eifrig zu drei Fragen diskutiert. Was sind gemeinsame Anknüpfungspunkte? Welche Wege müssen in der Oststeiermark eingeschlagen werden um die Jugend bestmöglich begleiten zu können? Was wären konkrete Maßnahmen? In der Oststeiermark tauscht man sich gerne aus und so wurden die vier Runden intensiv genützt. Ein spannender und auch lehrreicher Vormittag neigte sich mit einer kurzen Abschlussrunde dem Ende zu und alle Teilnehmer*innen verabschiedeten sich in die wohlverdiente Mittagspause.